Kevin Dooley - Stop! (Lizenz: CC BY 2.0)

5 Gründe „Nein!“ zu sagen

„Die Fähigkeit das Wort „Nein“ auszusprechen, ist der erste Schritt zur Freiheit.“ (Nicolas Chamfort)

„Nein!“ ist eines der schwierigsten Wörter überhaupt.

Menschen haben Bitten oder sogar Aufforderungen an uns, und wir müssen uns jedes Mal entscheiden, wie wir damit umgehen wollen.

Dieser Artikel entsteht aus aktuellem Anlasse, da ich es versäumt habe, „Nein!“ zu sagen und nun zumindest für eine gewisse Zeit mit den Folgen zu leben habe.

Mir fehlt die Zeit für die „wichtigen“ Dinge in meinem Leben.

Und damit kommen wir auch direkt zu den Gründen, warum es wichtig ist, „Nein!“ zu sagen.

1.     Zeit für die wichtigen Dinge

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Jedes „Ja!“ ist auch ein „Nein!“.

Jedes Mal wenn Du einen Auftrag, eine Aufgabe oder auch nur eine Einladung annimmst, sagst Du zu etwas anderem „Nein!“. Denn in dieser Zeit, kannst Du ja nichts anderes machen.

Wenn Du Projekt A übernimmst, kannst Du Projekt B nicht durchführen.

Wenn Du Dich um das Ausfallmanagement kümmerst, kannst Du in dieser Zeit keine Mitarbeitergespräche führen.

Wenn Du einen Auftrag als Referent übernimmst, kannst Du in dieser Zeit nichts mit Deiner Familie unternehmen.

Also immer, wenn Du Dich für etwas entscheidest, entscheidest Du Dich gleichzeitig auch gegen etwas.

Daher solltest Du immer, wenn man Dich um einen Gefallen bittet oder Dir eine Aufgabe anträgt, genau überlegen, was dafür auf der Strecke bleibt.

Befindest Du Dich in einem Angestelltenverhältnis, kannst Du manche Dinge nicht ablehnen, besonders wenn Dein Chef dies von Dir erwartet. Allerdings solltest Du Dir immer folgende Fragen dabei stellen:

  • Was passiert, wenn ich diese Aufgabe nicht annehme oder erledige?
  • Kann ich diese Aufgabe delegieren?
  • Bis wann muss diese Aufgabe erledigt werden?

Wenn andere wichtige Arbeiten deswegen liegen bleiben, solltest Du darüber deinen Vorgesetzten informieren. Dann kann dieser ggf. entscheiden, ob, wann und durch wen die Aufgaben erledigt werden. Und sollten wichtige Dinge deswegen liegen bleiben, so ist zumindest darüber informiert.

Für meine freiberuflichen Aufgaben prüfe ich immer, ob mich diese Aufgaben persönlich vorwärts bringen. Ich arbeite gerne freiberuflich. Aber alles was ich neben meinem „9 to 5-Job“ mache (der in der Regel mehr Zeit als diese 8 Stunden in Anspruch nimmt), geht von meiner privaten Zeit ab. Und den Dingen, die ich in dieser Zeit eben sonst noch machen könnte.

Damit kommen wir direkt zu Punkt 2:

2.     Zeit zum Glücklich-sein

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Wenn ich „Ja!“ zu einem Vortrag sage, gehen dafür mehrere Stunden meiner „Freizeit“ verloren:

  • Ich muss ein Thema finden (falls dieses nicht vorgegeben ist).
  • Ich muss zu diesem Thema recherchieren.
  • Ich verschriftliche meine Ideensammlung zu einem Artikel. (In meinem Workflow benötige ich immer erst einen Fließtext, um daraus einen Vortrag zu entwickeln.)
  • Ich erstelle eine Präsentation.
  • Ich „übe“ meinen Vortrag, damit ich möglichst frei referieren kann.
  • Und zum guten Schluss kommt dann der Vortrag, mit Anreise und ggf. Übernachtung.

Du siehst also, selbst für „nur“ 45 Minuten sprechen, benötige ich, je nach Thema, 5-10 Stunden reine Vorbereitung plus Vortrag selber. Damit sind dann insgesamt schnell 2 Arbeitstage verbracht.

Diese Zeit könnte ich auch sehr gut mit meiner Familie verbringen. Sei es bei einem Ausflug oder einfach nur bei einem gemeinsamen Frühstück.

Oder ich könnte ins Theater gehen.

Oder einfach nichts tun.

Oder…

Daher bemühe ich mich, meine Arbeitszeit mit der Zeit, in der ich mich um mein „Glücklichsein“ kümmere, in Einklang zu bringen.

3.     Zeit für Deine Entwicklung

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Wichtig ist auch die Zeit für deine persönliche Entwicklung.

Wenn ich einen Workshop durchführe, kann ich kein Buch lesen oder selber kein Seminar besuchen. Daher solltest Du immer Zeit für deine persönliche Entwicklung reservieren.

Ich versuche jeden Tag wenigstens ein paar Seiten zu lesen. Auch wenn es nicht immer Fachliteratur ist, so sollte es doch wenigstens ein „gutes Buch“ sein. Wobei ich mich mit gut nicht automatisch nur die schwere Weltliteratur meine. Wichtig ist mir, dass es mich in irgendeiner Art und Weise unterhält. Als junger Mensch habe ich fast jedes angefangene Buch auch zu Ende gelesen.

Das mache ich heute nicht mehr.

Langweilt es mich, lege ich es sehr schnell wieder weg. Meine Zeit ist zu kostbar, um sie mit unnützen Büchern zu verschwenden.

4.     Zeit für Deine Gesundheit

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Das ist etwas, was momentan leider bei mir zu kurz kommt.

Eigentlich habe ich mich bemüht, pro Woche mehrere Stunden für Sport zu reservieren. Im Augenblick habe ich eine Zeit mit hohem Arbeitsaufkommen in meinem Krankenhaus. Hinzu kommt, dass ich diesen Sommer sehr viele Aufträge für Vorlesungen an der Fachhochschule angenommen habe, die neben der reinen Vorlesung eben auch Zeit zur Vorbereitung benötigen.

Dann kommt noch mein Blog hinzu und andere Projekte, die ich noch plane und die in der Vorbereitung sind.

Häufig habe ich nach der Arbeit, teilweise ohne Pause, noch bis zum späten Abend am PC gearbeitet.

Erholung hatte ich nur, wenn ich geschlafen habe. Und der Schlaf war dann auch noch qualitativ schlecht.

Mein Körper hat mich dann vor kurzem „ausgebremst“ und mir deutlich gezeigt, dass das nicht gut ist, was ich da tue.

Ich werde mich für das kommende Jahr (meine angenommenen Aufträge muss ich natürlich noch erledigen) daher auf für mich wichtige Projekte konzentrieren, und mir damit wieder Zeit schaffen, um mich ausgewogen zu ernähren und wieder regelmäßig Sport zu treiben.

5.     Zeit, die dich nach vorne bringt

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Selbst wenn Du genügend Zeit haben solltest, solltest Du nicht jeden Auftrag entgegennehmen.

Denn Du weißt nicht was morgen kommt und was Du dann ablehnen musst.

Daher priorisiere ich meine Anfragen ganz klar. Auch wenn ich die Zeit hätte, das Projekt mir aber keinen Spaß macht oder mich meinem Ziel nicht näher bringt, werde ich es ablehnen.

Auch wenn ich dadurch vielleicht weniger Geld verdiene.

Wenn ich in dieser freien Zeit z.B. ein Seminar besuche oder ein Buch lese, eigne ich mir wieder Wissen an, was mich meinem Ziel näherbringt und sich erfahrungsgemäß auch monetär irgendwann wieder rechnet.

Fazit:

Ein „Nein!“ ist also immer auch ein „Ja!“.

Und zwar ein „Ja!“ zu der Freiheit, das zu tun, was Dir wichtig ist und Dich nach vorne bringt.

Prüfe also immer gut, zu was Du „Ja!“ sagst und welches versteckte „Nein!“ darin lauert.

Beitragsbild: Kevin Dooley – Stop (Lizenz: CC BY 2.0)

Philipp Tessin

Philipp Tessin ist seit über 15 Jahren im Gesundheitswesen tätig. Sein Wissen als Führungskraft in der Pflege teilt er in diesem Blog, um anderen, jungen Führungskräften die Arbeit zu erleichtern. Außerdem ist er freiberuflich als Dozent und Referent tätig und hat einen Lehrauftrag an der Hamburger Fern-Hochschule inne.

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