7 Gründe, warum lernen Dich gesund hält

Lernen hält Dich gesund.
Warum das so ist, werde ich im folgenden Artikel darlegen. Aber zu Anfang etwas Theorie.

Salutogenese

Aaron Antonovsky, der Begründer der heutigen Gesundheitsförderung (Salutogenese), hat in seiner Arbeit eine Ressource festgestellt, die maßgeblich für unser Maß an Gesundheit verantwortlich ist. Diese Ressource hat er „Kohärenzsinn“ genannt.

Dieser Kohärenzsinn setzt sich aus drei Komponenten zusammen:
1. Verstehbarkeit
2. Handhabbarkeit
3. Bedeutsamkeit/ Sinnhaftigkeit

    Verstehbarkeit

Verstehbarkeit bezeichnet das Ausmaß, in dem uns die täglichen Herausforderungen vorhersehbar, erklärbar sind. Das bedeutet z.B., dass ich weiß, was mir morgens auf der Arbeit begegnet und was meine Aufgaben sein werden:
– Ich weiß, auf was für einer Station ich arbeite, z.B. Innere Medizin mit 30 Betten
– Ich weiß, wer meine Kollegen sind und mit wem ich Dienst haben werde.
– …

    Handhabbarkeit

 

Handhabbarkeit meint, dass ich über die entsprechenden Mittel verfüge, um mit den täglichen Herausforderungen umzugehen.
Dazu zählen
– Mein Fachwissen
– Kollegen
– Material
– Zeit
– …

    Bedeutsamkeit/ Sinnhaftigkeit

 

Bedeutsamkeit meint, dass die Bewältigung der täglichen Herausforderungen es wert sind, dass ich sie bewältige.
Wiederum auf die Arbeit bezogen, bedeutet das
– Ich gehe arbeiten, um kranken Menschen zu helfen.
– Ich gehe arbeiten, um meine Familie zu ernähren.
– …

Mario Spann - lernen (Lizenz: CC BY-SA 2.0)

Mario Spann – lernen (Lizenz: CC BY-SA 2.0)

Alle drei Komponenten beeinflussen direkt unsere Gesundheit. Und daraus ergibt sich wiederum, warum Wissen und der Erwerb desselben Deine Gesundheit fördern können:

1. Lernen lässt Dich Deine Aufgaben leichter bewältigen

Wenn Du Dich fortbildest, erweiterst Du Deine Kompetenzen. Du kannst die Aufgaben, die täglich an die herangetragen werden, leichter und schneller bewältigen. Dadurch reduziert sich Dein Stresslevel.
Aufgaben, für die Du nicht über das ausreichende Fachwissen verfügst, lassen Dein Stresslevel ansteigen. Stress führt dazu, dass Du das Stresshormon Cortisol ausschüttest. Und das macht krank.

2. Lernen macht Dich selbstbewusster

Wer über ein großes Fachwissen verfügt, kann in seinem Kompetenzbereich selbstbewusster auftreten. Ein erhöhtes Selbstbewusstsein reduziert wiederum Deinen Stress. Und warum weniger Stress Deine Gesundheit fördert, hatten wir gerade im ersten Punkt.

3. Lernen erweitert Dein Gesundheitswissen

Du kannst auch ganz konkret und gezielt etwas über Gesundheit lernen (indem Du z.B. eine Fortbildung besuchst oder einen Blogartikel liest).
Dieses Wissen kannst Du nun in Handlungen umsetzen und ganz konkret etwas für Deine Gesundheit tun. Das kann der Yoga-Kurs sein, das Seminar zur Stressbewältigung oder das Weight Watchers-Treffen.
Es ist schon fast egal, was Du über Gesundheit lernst. Es sollte nur zu Dir passen und für Dich machbar sein. Ich selber kann z.B. mit Entspannungstechniken relativ wenig anfangen. Sie machen mir wenig Spaß und daher wende ich sie selten an. Ich finde Entspannung, wenn ich drei Stunden durch den Wald renne. Nichtdestotrotz kenne ich Techniken, die mein Stresslevel schnell und effektiv runterfahren und ich kann sie schnell, auch während der Arbeit anwenden.

CollegeDegrees360 - Learning (Lizenz: CC BY-SA 2.0)

CollegeDegrees360 – Learning (Lizenz: CC BY-SA 2.0)

4. Lernen erhöht Deine beruflichen Chancen

Wer viel weiß und viel kann, hat bessere berufliche Chancen.
Und man weiß, dass berufliche Entwicklungsmöglichkeiten wiederum einen direkten Einfluss auf die Gesundheit von Arbeitnehmern haben. Vermutlich ist dies wiederum eine direkte Auswirkung von Stressreduzierung:
• Wer viel kann und weiß läuft nicht so schnell Gefahr, entlassen zu werden.
• Wer viel kann und weiß hat bessere Aufstiegschancen im Unternehmen.
• Wer viel kann und weiß findet schnell eine neue Arbeit. Und zwar eine, die die besten Arbeitsbedingungen bietet.

5. Lernen lässt Dich Deinen Arbeitsplatz verändern

Wenn Du etwas über gesunde Arbeitsbedingungen lernst, kannst Du dieses Wissen konkret für Deinen Arbeitsplatz nutzen. Damit machst Du Deinen Arbeitsplatz für Dich und Deine Kollegen ein Stück weit gesunder.
Und wenn Du Vorgesetzter bist, kannst Du dieses Wissen konkret für Deine Mitarbeiter anwenden.

6. Lernen reduziert Konflikte

Du kannst Dir konkret Wissen aneignen, durch das Konflikte reduziert werden. Das könnte z.B. ein Seminar zu wertschätzender Kommunikation sein. Oder Strategien, um Konflikte zu deeskalieren bzw. gar nicht erst eskalieren zu lassen.
Durch die Reduktion von Konflikten reduziert sich wiederum das Stresslevel für alle Beteiligten, mit den eben bekannten positiven Effekten.
Hinzu kommt, dass Konflikte die Produktivität hemmen. Wenn Konflikte in einem Team vorhanden sind, verbringen die Mitarbeiter einen Teil ihrer Zeit damit, diese Konflikte auszutragen. Außerdem ist die Zusammenarbeit zwischen den Konfliktparteien nicht so effektiv, wie sie ohne Konflikte sein könnte (man spricht nicht miteinander, geht sich aus dem Weg, usw.).
Diese Unproduktivität erhöht wiederum den Arbeitsstress für alle Beteiligten (es steht weniger Zeit zur Verfügung, die Ergebnisse sind nicht optimal, …). Und Stress…? Genau! Macht krank.

CollegeDegrees360 - School (Lizenz: CC BY-SA 2.0)

CollegeDegrees360 – School (Lizenz: CC BY-SA 2.0)

7. Lernen erhöht die Lebensdauer

Es besteht ein konkreter Zusammenhang zwischen Bildung und Lebenserwartung. Die Zusammenhänge sind natürlich komplexer, als ein einfaches „Wer lernt, gesund zu leben, lebt länger.“
Hinzu kommen Zusammenhänge zwischen Bildung und Einkommen, Bildung und Berufswahl, Einkommen und Gesundheitsversorgung, Bildung und Gesundheitsverhalten und noch vieles mehr.
Dazu könnte man (und wurden auch) ganze Bücher verfassen.
Zusammenfassend kann man aber trotzdem feststellen: Bildung erhöht die statistische Lebenserwartung. Und das ist schon mal nicht so schlecht.

Wie seht Ihr Fortbildung, sowohl für Euch als auch für Eure Mitarbeiter?

Bildet Ihr Euch fort?

Schickt Ihr Eure Mitarbeiter zu Fortbildungen?

Wenn ja: Was für welche?

Wenn nicht: Warum nicht?

Lasst es mich in den Kommentaren wissen.

Titelbild: Todd Petrie – Teacher’s Desk (Lizenz: CC BY 2.0)

Philipp Tessin

Ich bin seit über 20 Jahren im Gesundheitswesen tätig und passionierter Läufer. Da viele Parallelen zwischen Ausdauersport und Führung existieren, verbinde ich diese beiden Themen und gebe mein Wissen als Führungskraft und als Läufer in diesem Blog weiter.

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