Warum Du eine Laufgruppe gründen solltest

Viele Unternehmen haben Laufgruppen.

Mitarbeiter des Unternehmens treffen sich regelmäßig zum gemeinsamen Training und nehmen sogar gemeinsam an erfolgreichen Wettkämpfen teil. Die bekanntesten Beispiele dürften die B2RUN-Serie und die J.P. Morgan Corporate Challenge sein. Wenn man sich die Ergebnislisten anschaut, sieht man, dass dort zahlreiche namhafte Unternehmen vertreten sind.

Die großen Unternehmen scheinen also einen Vorteil darin zu sehen, an diesen Events teilzunehmen.

Doch worin liegen diese Vorteile?

Kreiere eine Marke

Viel wurde schon darüber geschrieben und noch mehr gesagt:

Menschen kaufen keine Produkte, sondern ein Image, ein Lebensgefühl. Eines der bekanntesten Bücher dazu dürfte wohl von Simon Sinek „Start with why“ sein.

Ebenso ist es mit Menschen, also auch Führungspersonen. Du bist dann erfolgreich, wenn Du als erfolgreich wahrgenommen wirst. Etwas ernüchternd bedeutet dies, Du bist nicht nur erfolgreich, wenn Du gute Arbeit ablieferst, sondern wenn deine Arbeit als gut wahrgenommen wird. Und das ist nicht zwangsläufig das selbe.

Nicht falsch verstehen. Das ist kein Aufruf dazu, zu blenden und bei der Qualität zu schludern. Du sollst dich vielmehr erfolgreich präsentieren. Und dies geschieht, wenn Deine Mitarbeiter dich als Läufer wahrnehmen.

Kreiere Dich selber als Marke, die da lautet „Läufer“, oder vielleicht sogar „Marathoni“, immer noch die Königsklasse.

Aber Du prägst dich nicht nur selber als Marke, sondern auch das Unternehmen.

Wenn ihr gemeinsam bei einer Laufveranstaltung auftretet, repräsentiert ihr euren Arbeitgeber positiv nach Außen. Ihr stärkt also zum einen das Gemeinschaftsgefühl untereinander, zeigt euch aber auch als starkes Unternehmen für Außenstehende.

In Zeiten von Fachkräftemangel und dem War for Talents nicht die schlechteste Strategie.

Läufer anstatt Mitläufer

Kevin Dooley - Running (Lizenz: CC BY 2.0)

Kevin Dooley – Running (Lizenz: CC BY 2.0)

Als Vorgesetzter bist Du dafür verantwortlich, Prozesse in Deinem Unternehmen anzustoßen, zu leiten oder anderweitig zu begleiten.

Genauso ist es, wenn es um die Sportlichkeit und damit auch die Gesundheit in Deinem Unternehmen geht.

Deswegen ist es auch Deine Aufgabe, solch eine Laufgruppe zu etablieren. Denn schließlich bist Du die Führungskraft. Und willst auch so wahrgenommen werden.

Du bist ausdauernd

Seien wir mal ehrlich: wir reden gerne übers laufen!

Über das Training, über die Ernährung, über den letzten Wettkampf, unsere Zipperlein usw.

Nichtläufer hören uns verständislos zu und Mitläufer nicken verstehend und geben selber ihre Erfahrungen weiter.

Für die Nichtläufer senden wir auch immer ein Signal aus: wir sind ausdauernd und willensstark.

Denn wer sonst bewegt sich an seinem freien Wochenende morgens um 6.00 Uhr aus dem Bett, um seinen Langen Lauf zu absolvieren. Oder rennt noch schnell vor der Arbeit eine halbe Stunde durch die dunkle Nachbarschaft?

Eben: Wir!

Etwas verrückt, aber auch zielorientiert.

Und das sind wir und senden dieses Signal auch nach außen. In der WELT ist dazu ein Artikel erschienen: Klick!

Sportliche Unternehmen sind attraktiv

Aber reden wir nicht mehr über Dich (Das werden wir anderen Artikeln noch ausführlich machen! Versprochen!)

Sondern darüber, wie Dein Unternehmen davon profitieren kann.

Wir sprechen zusehends vom „War for Talents“ und z.B. in den Gesundheitsberufen (also der Bereich, aus dem ich komme) vom Fachkräftemangel.

Daher ist es zusehends wichtig, sich als Arbeitgeber gut zu positionieren.

In einem Bereich, in dem überwiegend Tarifgehälter gezahlt werden und eigentlich überall die gleiche Arbeit geleistet wird, ist der Spielraum, sich als attraktives Unternehmen zu präsentieren, recht gering.

Aber dennoch existieren vielfältige Möglichkeiten.

Eine davon ist eben die Außendarstellung.

Mitarbeiter haben ein großes Bedürfnis, sich mit ihrem Unternehmen positiv zu identifizieren. Um nochmal auf das genannte „Start with Why“ zurückzukommen: Apple ist ein großartiges Beispiel für ein positives Branding.

Welcher Informatiker, Ingenieur, Manager, … würde nicht gerne bei Apple arbeiten?

Im Gegensatz zu z.B. dem örtlichen Entsorgungsunternehmen.

Die Strahlkraft von Apple ist eben doch größer, als die der Müllabfuhr (ohne letztere in irgendeiner Art und Weise abwerten zu wollen!).

Und selbiges kann man eben auch für sein Unternehmen nutzen. Und wer sich sportlich und erfolgreich nach außen präsentiert, kann eben auch eher Mitarbeiter gewinnen und auch halten.

Dazu zählt auch, dass das Unternehmen nach außen erkennbar ist. Wenn Ihr also bei einem Wettkampf, B2RUN o.ä. teilnehmt, solltet Ihr einheitliche Trikots tragen, idealerweise mit dem Firmenlogo und einem einheitlichen Anmeldenamen. Vielleicht sponsort das Unternehmen sogar die Startgebühr?

Dirk Vorderstraße - AOK Firmenlauf Hamm 2010 (Lizenz: CC BY 2.0)

Dirk Vorderstraße – AOK Firmenlauf Hamm 2010 (Lizenz: CC BY 2.0)

Gründe eine Laufgruppe

Das scheint für viele der schwierigste Schritt zu sein.

Daher hier ein paar Tipps:

1. Kenne die Strecke!

Wenn Du eine Laufgruppe etablieren möchtest, solltest Du selber wissen, wo ihr lang lauft. Die Strecke sollte in der Nähe des Unternehmens sein, so dass sich die Teilnehmer direkt nach der Arbeit in ihr Laufzeug schmeißen können und losrennen können. Außerdem sollte auch ein Bezug zur Arbeitsstelle bestehen. Sonst könnte das ja ein beliebiger Lauftreff sein.

Erkunde also, welche Strecken sich in der Umgebung eignen.

2. Es sollte für alle machbar sein!

Du bist erfahrener Trailläufer und hast bereits den UTMB gefinished?

Oder Du rennst den Marathon unter 3 Stunden?

Herzlichen Glückwunsch!

Aber das sollte nicht der Maßstab für Deine Laufgruppe sein.

Die Laufgruppe sollte für alle machbar sein. Suche daher ein gut laufbares Stück, welches nicht zu hohe Anforderungen an die Teilnehmer stellt, aber trotzdem noch als Lauftraining durchgeht.

Praktikabel für das erste Treffen, wenn Du noch nicht weißt, wer kommt und welchen Leistungsstandard die Teilnehmer mitbringen, ist ein flaches Stück Asphalt, ca. 5km lang. Das dürfte für die meisten machbar sein. Und wenn sich herausstellt, dass eure Laufgruppe nur aus Traithleten und sonstigen Hochleistungssportlern besteht, dann könnt ihr immer noch spontan die Runde verlängern.

Bedenke immer: es soll allen Spaß machen. Wenn Dir das als Training nicht reicht, hängst du eben hinterher noch 10km mit Steigerungsläufen dran.

3. Stelle das erste Treffen sicher!

Nichts ist frustierender, als wenn man das erste Treffen plant und keiner kommt.

Deswegen solltest Du sicher stellen, dass dieses Treffen unter Garantie gelingt. Bevor du eine offizielle Laufgruppe per Aushang und in firmeneigenen Intranet ankündigst, sprich die Läufer, die Du kennst persönlich an.

In der regel weiß man recht schnell, wer in einem Umternehmen, außer einem selber, noch läuft. Sprich die Läufer an und erzähle ihnen von Deiner Idee. Ich bin mir sicher, sie werden diese positiv aufgreifen. Damit kannst Du schonmal im Vorfeld klären, wer Interesse hat. Und dann lade die Interessierten auch direkt zu einem festen Termin ein. das hat den Vorteil, dass Du auch direkt feststellst, welcher Zeitpunkt (Wochentag, Uhrzeit) geeignet ist.

Wenn Du das alles erledigt hast und der erste Termin steht fest: dann erst machst Du eine offizielle Ankündigung.

Du stellst damit sicher, dass Du nicht auf einmal an einem verregneten Mittwochnachmittag alleine vor dem Haupteingang stehst und keiner kommt.

4. Lass Dich nicht entmutigen!

Zum ersten Treffen sind außer Dir nur zwei weitere Läufer gekommen?

Das macht nichts!

Ihr haltet euren Termin trotzdem fest und werdet weiter laufen. denn nichts wirkt mehr, als Mund-zu-Mund-Propaganda. Wenn es den anderen Spaß macht, werden sie darüber in ihren Abteilungen berichten. Dann werden auch automatisch neue Läufer dazu kommen. Wichtig ist aber, dass der Termin auch verbindlich ist und immer (Immer!) stattfindet. Dann kann auch jeder spontan und unangemeldet dazu kommen.

Ich hoffe, dass ich Dir mit diesem Artikel ein paar Anstöße geben konnte, selber eine Laufgruppe zu gründen.

Existiert bei Dir schon eine Laufgruppe? Wenn ja: wie sind Deine Erfahrungen damit? machst Du mit? Wenn nicht: warum nicht?

Falls keine Laufgruppe beu euch existiert: Los! Gründe eine! Es ist gar nicht so schwer!

Beitragsbild: Kevin Dooley – Running (Lizenz: CC BY 2.0)

Philipp Tessin

Ich bin seit über 20 Jahren im Gesundheitswesen tätig und passionierter Läufer. Da viele Parallelen zwischen Ausdauersport und Führung existieren, verbinde ich diese beiden Themen und gebe mein Wissen als Führungskraft und als Läufer in diesem Blog weiter.

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